Dr. Wolfgang Stute

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Dr. Eckhart Herrmann

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„ Wir werden nicht ernst genommen“

 

Interview: Eckart Herrmann und Wolfgang Stute

Mediziner

 

Bielefeld:

Gesamtmedizinische Ansätze, die naturheilkundliche und  evolutionsbiologische Forschungen auch in die Krebstherapie integrieren, verfolgen Dr. Eckart Herrmann und  Dr. Wolfgang Stute.

NW-Redakteur Wilfried Massmann sprach mit den Ärzten am 30.12.2006.

Die Krebstherapie stagniert weltweit. Sie bemühen sich, alternativ zu therapieren – mit Erfolg?

STUTE: Wir wollen keine alternative, sondern eine komplementäre Therapie. Sie beruht auf wissenschaftlich-universitären Forschungen und verbindet allerneueste Ergebnisse auf dem immunologischen und evolutionsbiologischen Gebiet mit konventionellen Therapie-formen.

Gibt es Alternativen zu Stahl und Strahl- zu Operation, Strahlen- und Chemotherapie?

HERRMANN: Wir bieten komplementär eine Therapiepalette an, die den Körper und die geschädigten Gewebe nicht weiter zerstört, sondern erhält und wieder aufbaut.

Wie nennen Sie diese Therapien?

HERRMANN: Sie sind immunstabilisierend und regulierend, es sind die Zellsymbiosetherapie nach H. Kremer beziehungsweise die Bio-Immuntherapie nach T. Tallberg; auch Vorstellungen über das Grundgewebe (Matrix), in denen Zellen, Gefäße, Nervenfasern usw. schwimmen von A. Pischinger und H. Heine.

Andererseits bieten wir lokal gezielt zellzerstörende Therapien an wie die regionale Hyperthermie (EHY) und neuerdings die photodynamische Therapie. Letzte resultiert aus Forschungen, die sich mit Möglichkeiten beschäftigt, böses Zellwachstum zu stoppen. Bei dieser Methode konzentriert sich ein in die Vene gegebener problemloser Stoff auf Chlorophyllbasis in kranken Zellen oder im Tumor und wird anschließend mit einem Laser aktiviert.  Die lichtaktive Substanz zerstört danach gezielt nur die Tumorzellen, gleichzeitig erfolgt eine Immunstimulation. Diese Therapie heißt Photodynamische Therapie (PDT). Sie führt zum natürlichen Tod der schwer stoffwechselgestörten Zellen. Sie wirkt auch bei anderen Erkrankungen, z.B. Psoriasis.

Die gelten  als schonend für Patienten und sind wirtschaftlich günstig.

STUTE: Alle genannten Therapieformen sind sehr schonend für die Patienten und wirtschaftlich vergleichsweise günstig.  Diese Therapien sind noch zu neu und leider zu wenig bekannt.

Ist die Diagnose Krebs mehr als das Entgleisen einer Zelle?

HERRMANN: Nach der bisherigen Lehrmeinung beruht Krebs auf einer entarteten, bösartigen Zelle, die sich durch Teilungen vermehrt und in den einzelnen neuen Zellen immer die gleichen Eigenschaften aufweist. Wir wissen aber heute, dass es so einfach nicht geht. Merkwürdig ist, dass durch viele konventionelle Therapien Krebszellen zunächst effektiv zerstört werden können, die dann aber nach kurzer Zeit erneut und/oder in ganz anderen Organen wieder auftreten. In Wirklichkeit können die Tumorzellen, die nicht die gleichen Eigenschaften besitzen, sich in unterschiedlichen Stoffwechselfunktionen befinden. Damit scheint die klassische Mutationstheorie überholt zu sein, eventuell auch die Vorstellungen über die Bildung von Metastasen.

STUTE: Nach neuesten Forschungen gibt es führende Hauptkrebszellen – Tumorstammzellen – und Unterkrebszellen. Es findet also eine Wertigkeit der Krebszellen statt, nicht alle sind gleich.

Auch spielen die 3 Keimblätter (Exoderm, Mesoderm, Entoderm) im Geschehen eine Rolle und natürlich die Atmungskette in den Mitochondrien der Zellen.

Sie sind beide praktizierende Mediziner in Bielefeld, forschen aber nicht selbst. Was ist Ihr Ansatz?

HERRMANN: Uns stört, dass uns fortwährend Patienten begegnen, die trotz vorzüglicher Therapieangebote keine Heilung erfahren. Um deren Heilungschancen zu verbessern, suchen wir nach neuen Therapieverfahren, die wissenschaftlich begründet sind. Dr. Stute koordiniert internationale Forschungen und wir entwickeln und optimieren alte und neue Diagnose- und Therapieverfahren.

Kommen die Patienten zu spät zu Ihnen?

HERRMANN: Sie kommen leider oft zu spät und waren vorher durch andere Behandlungsformen therapeutisch nicht erreichbar. Diese Patienten stellen mit ihrem Krankheitsgeschehen für alle Ärzte eine Herausforderung dar.

Darum bemühen wir uns durch das Studium im Internet, in der Fachliteratur und in Diskussionen mit Fachkollegen, neue Therapieformen aufzuspüren, die man seriös und möglichst im Zusammenhang mit bisherigen Therapieangeboten anbieten kann.

Sie sagen durch Forschung abgesicherte Therapieformen?

HERRMANN: Unser Ziel ist es, die bisherigen, nebenwirkungsreichen und unserer Meinung nach nicht ausreichend effizienten Therapien nach und nach durch neue Therapieformen zu ersetzen, die mehr bewirken und vor allem schonender für Patienten sind. Die wissenschaftliche Absicherung ist eine Definitionssache und vor allen Dingen sehr zeitaufwendig.  Bei lebensgefährlich erkrankten Patienten, die auf die konventionellen Therapien nicht oder nur unzureichend ansprechen, erscheint es sinnvoll, vernünftig konzipierte, moderate Therapieformen einzusetzen, welche die bisherigen Therapien ergänzen und die Wirksamkeit verbessern.

Das klingt verheißungsvoll …

STUTE: Man muss sich bezüglich neuer Denkansätze bei der Krebsbehandlung immer wieder fragen, wie entsteht eigentlich ein Krebs? Das Krebsgeschehen ist eine Stoffwechselentgleisung, welcher Art auch immer. Aber wie schaffe ich es, dass der Krebs, den ich vielleicht mit Operation und Bestrahlung erfolgreich behandelt zu haben glaube, nicht wieder auftritt?  Entscheidend ist, dass neue evolutionsbiologische Vorstellungen bestehen, die zu der Erkenntnis führen, dass wir zwei unterschiedliche Genome in einer Zelle haben.

Nanu, zwei ?

STUTE: Zwei in einer Zelle, das Kern-Genom und das Mitochondrien - Genom: Beide steuern sich gegenseitig, insbesondere das Zellwachstum und die Zellteilung. Ja, das ist relativ neu, ist aber eine zellbiologische Tatsache, aus der sich das Zellsymbiose-Konzept ableitet, das  Resultat konkreter, universitärer Forschung.

Hinzukommt das Wissen aus einem Nobelpreis über die Wirkung von Stickstoffmonoxid in der Zelle, im Körper und neue Zelldiagnoseerkenntnisse (Lymphozytenuntergruppen  TH1/TH2 und Dendritische Zellen), Vernetzung und Selbstorganisation.

Hoffungsvoll – ist aber nicht Stand konservativer Therapie.    

STUTE:  Die Kenntnis ist so gut wie nicht vorhanden, insbesondere nicht in den zur Zeit aufkommenden Zentren (Medizinische Behandlungszentren, wie z.B. Tumorzentren oder konkret wie im Großklinikum Großhadern in München).

Es dauert einfach viel zu lange, bis neue erfolgsversprechende Denk- und Behandlungsansätze in die Therapierichtlinien integriert werden. Die Hürden der Anerkennung neuer Verfahren sind kaum oder erst nach langen Zeiträumen zu überwinden, für viele Patienten zu spät.

HERRMANN: Das ist wie überall, auch an den Medizinischen Hochschulen gibt es ein Mainstream-Wissen, und darum herum entwickelt sich bevorzugt alles Forschen und Denken. Das gilt auch für das Heidelberger Krebsforschungszentrum.

Aber heute ist es möglich, durch Internet an Forschungen heranzukommen, die eher unbekannt und  in Universitätsbibliotheken abgelegt sind. Im Rahmen dieser Recherchen stellt sich oft heraus, dass an vielen Hochschulen die gleichen neuen Ansätze stattfinden, doch sie passen sich nicht einfach in die Hauptgedanken der herrschenden Medizin ein.

Können dabei auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen ?

HERRMANN: Man muss das dringend annehmen. Es gibt überzeugende Arbeiten und  gerade wieder eine Studie aus den USA, dass die Effektivität der Chemotherapie bei Krebspatienten seit 20 bis 30 Jahren stehen geblieben ist trotz immenser Forschungskosten. Die fragliche Erfolgsquote liegt um 7%.

Doch neue Forschungskonzepte werden nicht zugelassen und ausreichend weiter verfolgt. Verdient hat eigentlich nur die Pharma-Industrie.

Wurden mit Ihren Therapien nachweislich Erfolge erzielt, sind Sie vernetzt?

HERRMANN: Wir sind dabei, uns zu vernetzen. Die Erfolge sind nicht einfach zu beurteilen, da die Patienten komplementär, auch mehrgleisig und nach unterschiedlichen Konzepten behandelt werden. Die Besserung ist auf diese Weise nicht einfach einer einzigen Methode zuzuordnen, dafür sind die Zusammenhänge zu komplex.  Jeder schulmedizinisch aufgegebene Patient, der eine Besserung erfährt, ist ein Erfolg nicht nur in Hinsicht auf eine Lebensverlängerung, sondern insbesondere auf seine tagtägliche Lebensqualität.

Aber das ist in den kleinen Netzwerken mit kleinen Patientenzahlen mit den statistischen Standards großer Patientengruppen der Universitätsstudien nicht einfach zu vergleichen.

STUTE: Wir sind ein Kreis von etwa 200 Therapeuten, weltweit.

Operationen haben bei Ihnen nicht grundsätzlich ausgedient ?

STUTE: Nein, es kommt immer auf das Stadium der Erkrankung an. Wir fragen zusätzlich nach der Stoffwechselleistung des Patienten und nach seinem Immunstatus.

HERRMANN: Unser Therapieansatz ist, dass wir im wesentlichen die kranken Zellen und das Grundgewebe erreichen und verbessern wollen durch Zuführung von Arzneien und Substanzen, die offensichtlich mangelhaft vorhanden sind und die Stoffwechselwege optimieren.

Wir sehen natürlich auch, dass Tumormasse möglichst klein sein muss, so dass die operative Behandlung eine gute Voraussetzung darstellen kann. Aber schon die körperangreifende Chemotherapie oder die Bestrahlung haben immense Nebenwirkungen und Langzeitnachwirkungen. Man muss entweder versuchen, diese Behandlungen zu ergänzen durch Therapieformen, die den Organismus stärken, erhalten und steuern, beziehungsweise Therapieformen zu verwenden, die die Chemo- oder Radiotherapie ersetzen können.

Arbeiten Sie mit Pharmafirmen oder Universitätskliniken zusammen.   

STUTE:  Begrenzt, allerdings sind sie oft nicht auf dem Stand unseres Wissens.

HERRMANN: Auch Universitätskliniken sind diesem Mainstream-Gedanken unterworfen. Das Fatale ist, dass die Gedanken, die wir aus der wissenschaftlichen Forschung aufgenommen haben, nicht respektiert, nicht begleitet oder unterstützt werden. Vielmehr besteht zwischen der Universität und der Arztpraxis ein kaum überwindlicher Image-Abstand. Wir Ärzte  an der Front der ambulanten Medizin werden einfach nicht ernst genommen, obwohl wir in unserer Ausbildung aus dem gleichen wissenschaftlichen „Stall“ kommen und eigentlich ein breiteres, individuelleres Erfahrungsbild von unseren Patienten haben.

Könnten Sie den Unterschied beider Richtungen noch einmal zusammenfassen?

HERRMANN: Die Schulmedizin diagnostiziert eine Krebserkrankung und bemüht sich nahezu ausschließlich, diese als pathologisch erkannten Krebszellen zu vernichten. Zu dieser Vernichtung werden viele Möglichkeiten – zum größten Teil sehr nebenwirkungsreiche – eingesetzt. Eine starke Schädigung des Immunsystems wird dabei in Kauf genommen.

Wir unterstützen die Verkleinerung des Tumors, die Zerstörung von Tumorzellen natürlich auch. Aber sehr schnell – lieber natürlich schon im Vorfeld - setzen wir zusätzlich Arzneien und Therapieverfahren ein, die den Körper in seiner Abwehrfähigkeit verbessern und das Immunsystem wieder ordnen.

Das Problem der Schulmedizin besteht darin, dass sie für kurze Zeit den Krebs gut erreichen kann, dauerhaft aber oft keine guten Therapieergebnisse haben, weil die Krebszellen auf die angewandten Therapien nur zeitlich begrenzt ansprechen, denn auch sie unterliegen dem Gedanken, eines „Selbstregulierendes Systems“.

Wir haben dagegen nicht die Versager auf die Länge der Zeit.

Es gibt keinen Königsweg. Es gilt für jeden Patienten, die wirksamste und dabei nebenwirkungsärmste Therapiekombination herauszufinden und seine Mitarbeit im Heilungsprozess zu fördern.

STUTE: Das Problem der Schulmedizin und ihrer Therapieansätze liegt eigentlich darin, dass sie immer noch im rein zellulären, stofflichen Denken verhaftet ist. Sie ist noch nicht im kybernetischen Zeitalter angekommen. Zell- und Gewebekommunikation, Selbstorganisation sind noch Fremdwörter.

Welche Unterstützung erfahren Sie gesundheitspolitisch?

STUTE: Keine. Hundert Krankenkassen und Politiker angeschrieben und angesprochen – selten überhaupt eine Antwort.

Gerne nähmen wir jede Unterstutzung an, ideell und finanziell, denn unsere Forschungen können wir nur nach des Tages Last erbringen.

Was läuft nach Ihrer Ansicht falsch im Medizinbetrieb?

STUTE: Die Natur kennt keine Krebsmittel aus der Retorte, sie kennt besser biologische Stoffe, die Wasserqualität und die Regulation quantendynamischer Prozesse.

Die Problematik liegt tiefer: Unsere Ernährungsbasis, unsere Lebensmittel, sind nicht mehr  energie- oder wirkstoffhaltig genug. Dadurch kommt es zu Defiziten. Hinzu kommt die gesamte Umweltproblematik.

HERRMANN: Wir sind schulmedizinisch ausgebildete Ärzte, die erkennen, dass die medizinisch angebotenen onkologischen Methoden überhaupt nicht ausreichen und für den Patienten schwer belastend sind. Diese Belastung versuchen wir für den Patienten zu verkleinern und die Patienten möglichst individuell zu behandeln. Das ist nicht der Weisheit letzter Schluss, und es ist auch nicht so, dass bei uns alle Patienten gesund herauskommen. Nur, unsere Patienten sind zufriedener, und können Nebenwirkungen, wenn sie denn da sind, besser ertragen.

Sie behandeln ja nur ambulant.  

Herrmann: Ja, aber die Methoden können genau so gut stationär angewendet werden

Warum ist der schulmedizinische Betrieb mit diesen Gedanken nicht zu durchdringen?

HERRMANN: Zum Einen ist die Ausbildung zu einseitig. Elementarische biologische und immunologische Prozesse werden nicht genau gelehrt oder berücksichtigt. Zum Anderen werden unsere Kollegen sofort bestraft, wenn sie aus dem System ausbrechen.

STUTE: Die Kollegen haben oft auch nicht die Kraft und die Zeit, aus diesem System auszubrechen. Auch uns als Ärzten wird immer mehr vorgeschrieben, was man zu tun hat, und was nicht und man lässt uns gleichzeitig im „juristischem Regen“ stehen. Sie müssen ihre Praxis ans Laufen bringen und halten.

Sie sehen, hier lassen Orwell’sche Gedanken („1984“) und Budgetierungen grüßen.

Therapiefreiheit ist doch grundgesetzlich geschützt?

HERRMANN: Das steht immer so auf dem Papier. Nehmen Sie die Stoffe, die wir z.B. verordnen – Aminosäuren und Mineralien, Polyphenole und Flavonoide -, sie sind in besonderer Weise zugeordnet und müssen ggf. vom Apotheker individuell gemischt werden. Die Patienten geraten sofort mit den Krankenkassen in Schwierigkeiten, weil sie diese Mittel hopplahopp als Nahrungsergänzungsmittel diskreditieren und nicht bezahlen.

Auch die Homöopatie und Phytotherapie werden nicht regelmäßig erstattet, sogenannte „evidence based medicine“ ist der Mainstream.

STUTE: Alles Gute und Wahre wird sich durchsetzen und jeder Mensch muss seinen eigenen Entwicklungsweg gehen; letztlich ist Gesundung und Heilung relativ. Allein die Aussöhnung mit dem Schöpfer bietet den wichtigsten Ansatz zur Gesundheit von Körper,  Seele und Geist.

HERR MASSMANN: Ich danke Ihnen für das Interview und wünsche Ihnen auf Ihren medizinischen Pfaden viel Erfolg.